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Geschichte & Satzung
Vom grün-ökologischen Jugendkongress über die GAJ bis hin zur GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg

Gründungsimpuls

Im November 1990 veranstalteten die DIE GRÜNEN Baden-Württemberg einen grün-ökologischen Jugendkongress. Mehr als 60 Jugendliche unterhielten sich über Themen wie Verkehr, freiwilliges ökologisches Jahr, Müll und Atomenergie. Da die Teilnehmer*innen auch weiterhin miteinander arbeiten wollten, entstand die Idee eines Jugendverbandes.

Anfang 1991 sprach sich die Landesdelegiertenkonferenz der GRÜNEN BW in Freiburg für die Unterstützung eines solchen Jugendverbandes aus.

Am 14.04.1991 wurde die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg, damals noch unter dem Namen Grün-Alternative Jugend (GAJ), in Bietigheim-Bissingen dann offiziell gegründet, gab sich auf dem Gründungskongress eine Satzung und eine Plattform und existierte bis Ende 1999 als grünennahe jugendliche Nebenorganisation der Grünen in Baden-Württemberg.

„Wir, die Jugendlichen, sind sauer!“

Die Jugendlichen waren unter dem Motto „Weil sauer seine Folgen hat“ in der GAJ zusammengekommen, um gemeinsam Politik zu machen. In einer Rede hieß es damals: „Wir, die Jugendlichen, sind sauer. Sauer, dass eine Politik gemacht wird, welche die Zukunft der Jugendlichen verbaut. Sauer, dass Jugendpolitik von Menschen gemacht wird, die nicht mehr jugendlich sind und die die Probleme der Jugendlichen gar nicht mehr verstehen können. Denn zwischen „sich jugendlich fühlen“ und „jugendlich sein“ bestehen große Unterschiede. Die GAJ will dazu beitragen, dass junge Leute sich selbst artikulieren, ihre eigenen Probleme formulieren und neue Lösungsansätze finden. Nur so kann eine jugendfreundliche Politik entstehen, eine Politik mit Perspektiven für die Jugendlichen.“

Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg zeigt auch mal Stacheln

Ab 1992 wurde begonnen, Ortsgruppen aufzubauen und thematische Arbeitskreise ins Leben zu rufen, etwa zu Drogen, Asyl, Verkehr, Umwelt und Frauen. Nachdem sich die GRÜNE JUGEND auf Bundesebene gegründet hatte, wurde die GAJ Baden-Württemberg im Juni 1994 Teil des neuen Bundesverbands. 1999 wurde die GAJ Baden-Württemberg offiziell Teilorganisation von Bündnis 90/Die Grünen. Auf der Landesmitgliederversammlung im Frühjahr 2000 in Tübingen benannte sich die GAJ Baden-Württemberg dann schließlich um in GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg (GJBW). Unser Logo, der stachelige Igel, steht auch weiterhin dafür, dass die GJBW in kritisch-konstruktiver Distanz zu ihrer Mutterpartei steht, politisch eigenständig agiert und – wenn nötig – Stacheln zeigt.

Die Satzung der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg

Stand: November 2019

§ 1 Name und Sitz
1. Die Organisation trägt den Namen GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg.

2. Sie ist politisch und organisatorisch selbständig und steht in Partnerschaft zu der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Sie ist Jugendverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg.

3. Der Sitz des Landesverbandes ist Stuttgart. Sein Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf das Land Baden-Württemberg.

4. Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg ist Landesverband der GRÜNEN JUGEND Bundesverband. Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg sind automatisch Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Bundesverband.

5. Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg ist Mitglied in der Federation of Young European Greens (FYEG).

§ 2 Aufgaben
Der Landesverband der GRÜNEN JUGEND stellt sich folgende Aufgaben:
• innerhalb der Jugend und der Gesellschaft für seine Ziele und Vorstellungen zu wirken, die politischen Vorstellungen seiner Mitglieder entsprechend der aktuellen Beschlusslage der Landesmitgliederversammlungen sowie der Grundsätze der Grünen Jugend, welche im aktuell gültigen Selbstverständnis niedergeschrieben sind zu artikulieren und zu vertreten.
• politische Schulungs-, Bildungs- und Informationsarbeit durchzuführen.
• Kontakte zu anderen Jugendorganisationen auf Landesebene zu knüpfen und eine Zusammenarbeit anzustreben und durch Kontakte auf nationaler und internationaler Ebene zur Solidarität zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten, Weltanschauungen und Reli-gionen beizutragen.
• die Interessen der Jugend innerhalb der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN zu vertreten.
• die Förderung, Unterstützung und Koordination regionaler und lokaler Initiativen, die sich zu den Zielen der GRÜNE JUGEND bekennen.
• eine Zusammenarbeit mit außerparteilichen und spontanen Jugendinitiativen anzustreben und diese zu unterstützen.

§ 3 Mitgliedschaft
1. Mitglied der GRÜNEN JUGEND kann jede Person im Alter unter 28 Jahren werden, die in Baden-Württemberg ihren Wohnsitz, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz hat und sich zu den Zielen und Grundsätzen der GRÜNEN JUGEND bekennt. Die Mitgliedschaft von Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bedarf der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Eine Mitgliedschaft in anderen Parteien als Bündnis 90/DIE GRÜNEN oder in anderen Parteijugendorganisationen schließt die Mitgliedschaft in der GRÜNEN JUGEND aus. Ein Mitgliedsbeitrag wird erhoben, er setzt sich zusammen aus einem Bundesverbandsanteil und einem Landesverbandsanteil. Die Höhe des Bundesverbandsanteils regelt die Finanzordnung der GRÜNEN JUGEND Bundesverband. Die Höhe des Landesverbandsanteils regelt die Finanzordnung der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg und wird von der Landesmitgliederversammlung festgelegt. Die Mitgliedsrechte eines Mitglieds ruhen, wenn der Mitgliedsbeitrag nach Ablauf des zu zahlenden Jahres und weiteren 3 Monaten nicht abgeführt worden ist. Die Mitgliedschaft endet, wenn der Mitgliedsbeitrag nach Ablauf des zu zahlenden Jahres und weiteren 12 Monaten nicht abgeführt worden ist. Der Mitgliedsbeitrag wird jährlich durch die Landesschatzmeister*in per Lastschriftverfahren eingezogen.

2. Die Mitgliedschaft wird beim Landesverband schriftlich beantragt. Der Landesvorstand kann diesen Antrag begründet zurückweisen. Gegen die Zurückweisung eines Aufnahmeantrages kann die Bewerber*in bei der zuständigen Landesmitgliederversammlung Einspruch einlegen. Die Mitgliederversammlung entscheidet mit einfacher Mehrheit. Gegen die Entscheidung der Mitgliederversammlung kann bei dem Schiedsgericht des nächst höheren Gebietsverbandes Einspruch eingelegt werden. Das Bundesschiedsgericht ist in Fragen der Mitgliedschaft die letzte Berufungsinstanz.

3. Jedes Mitglied hat das Recht, an allen Abstimmungen und Wahlen im Rahmen der Satzung teilzunehmen, sowie Ämter der GRÜNEN JUGEND zu bekleiden. Es ist verpflichtet, seinen Mitgliedsbeitrag pünktlich zu entrichten. Jedes Mitglied ist zur aktiven Mitarbeit aufgerufen.

4. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Streichung mit dem 28. Geburtstag, Ausschluss oder durch Tod. Der Austritt ist gegenüber dem Landesverband schriftlich zu erklären. Der Austritt ist sofort wirksam. Der Ausschluss kann erfolgen, wenn das Mitglied vorsätzlich gegen die Satzung oder die Grundsätze der GRÜNEN JUGEND verstoßen hat und dem Verband damit schweren Schaden zugefügt hat. Er kann durch ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg vor dem jeweils untersten, bestehenden Schiedsgericht beantragt und von diesem ausgesprochen werden. Eine Berufung bis zum Bundesschiedsgericht ist möglich.

5. Fördermitglied (Patenschaft) kann jede Person werden, die die Arbeit der GRÜNEN JUGEND unterstützen will. Die Mindestbeitragshöhe wird in der Finanzordnung festgelegt. Die Fördermitgliedschaft wird durch eine schriftliche Beitrittserklärung erklärt. Fördermitglieder haben nicht die Rechte aus §3 Absatz 3 und §5 Absatz 6.

§ 4 Gliederung und Aufbau
1. Mitglieder der GRÜNEN JUGEND können sich innerhalb eines Arbeitskreises (AK) auch inhaltlich und politisch einbringen. Arbeitskreise werden jedes Jahr während der LMV von dem Landesvorstand oder mindestens 20% der anwesenden Mitglieder vorgeschlagen. Wichtig ist, dass der thematische Schwerpunkt jedes Arbeitskreises zur aktuellen Arbeit des Verbands beiträgt und politisch relevant ist. Ein Arbeitskreis entsteht für ein Jahr und wird während einer LMV anerkannt. Er besteht aus mindestens fünf Mitgliedern – diese müssen nicht gewählt werden, allerdings gilt die Gender Quotierung auch hier, sodass mindestens die Hälfte davon Frauen*, Inter, oder Trans Personen sein müssen. In jedem Arbeitskreis ist jeweils ein Mitglied des Landesvorstands, die diesen betreut. Es wird empfohlen, maximum drei Arbeitskreise pro Jahr zu haben. Die LMV entscheidet endgültig mit einfacher Mehr-heit über die Anerkennung. Anerkannte Arbeitskreise werden vom Landesverband der GRÜNE JUGEND finanziell und organisatorisch unterstützt. Näheres regelt die Finanzordnung. Die
Arbeitskreise sind verpflichtet, der LMV jährlich einen Rechenschaftsbericht vorzulegen.

2. Der Landesverband hat folgende Organe:

• Landesmitgliederversammlung
• Landesvorstand
• Schiedsgericht

§ 5 Landesmitgliederversammlung (LMV)
1. Die LMV ist das oberste Organ der GRÜNEN JUGEND. Sie setzt sich aus allen Mitgliedern zusammen.

2. Die LMV tritt mindestens zweimal jährlich zusammen. Sie wird vom Landesvorstand mit einer Ladungsfrist von mindestens vier Wochen unter Angabe der Tagesordnung, der vorliegenden Anträge und eines Präsidiumsvorschlags einberufen. Das Präsidium der LMV be-steht aus mindestens einem Mitglied des Landesvorstands. Höchstens ein Viertel der Präsidiumsmitglieder dürfen Mitglieder des Landesvorstandes sein. Mitglieder des Landesschiedsgerichts dürfen nicht Teil des Präsidiums sein.

3. Die LMV
• bestimmt über die Grundlinien für die politische und organisatorische Arbeit des Landesverbandes.
• legt den Haushalt fest, wobei dieser der Genehmigung durch den Landesfinanzrat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg bedarf.
• beschließt über das Programm.
• wählt eine*n Delegierte*n für den Bundesfinanzausschuss der GRÜNEN JUGEND (Bundesverband). Die Wahlen finden immer nachfolgend zur Wahl der Schatzmeister*in statt. Falls die Schatzmeister*in keine FIT*-Person ist, muss dieses Amt von einer FIT* Person übernommen werden. Falls das Amt unbesetzt ist, ist eine Nachwahl auch auf einer LMV ohne Landesvorstandswahlen durchzuführen.
• beschließt über eingebrachte Anträge.
• wählt und entlastet den Vorstand, sie nimmt seine Berichte entgegen.
• beschließt und ändert die Satzung. Satzungsänderungen bedürfen der Bestätigung durch die Landesdelegiertenkonferenz oder den Landesausschuss von Bündnis 90/DIE GRÜNEN BW.
• wählt ein Schiedsgericht. Näheres regelt die Schiedsordnung, die mit 2/3-Mehrheit von der LMV zu beschließen und zu ändern ist.
• wählt eine*n Vertreter*in für den Landesfinanzrat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg, wobei der Landesvorstand für diesen ein Vorschlagsrecht besitzt. Die Vertreter*in im Landesfinanzrat sollte zugleich Mitglied von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden- Württemberg sein.
• wählt zwei Rechnungsprüfer*innen für jeweils zwei Jahre. Darunter muss mindestens eine Frau sein. Die Rechnungsprüfer*innen dürfen im zu prüfenden Zeitraum nicht dem Landesvorstand angehören.

4. Die LMV ist beschlussfähig, wenn mindestens 25 Mitglieder anwesend sind. Sie gibt sich eine Geschäftsordnung.

5. Ist die LMV nicht beschlussfähig, so muss innerhalb der nächsten vier Wochen mit einer Ladungsfrist von zwei Wochen zu einer weiteren LMV eingeladen werden. Eine zweite LMV ist auf jeden Fall beschlussfähig.

6. Antragsberechtigt ist jedes Mitglied der Grünen Jugend. Die Antragsfrist für satzungsändernde Anträge beträgt 14 Tage.

7. Eine außerordentliche LMV kann von mindestens 20% der Mitglieder beantragt werden. Die Begründung der Einberufung, die zu behandelnden Tagesordnungspunkte und alle zu befassenden Anträge der außerordentlichen LMV sind mindestens vier Wochen vor Termin den Mitgliedern bekannt zu gegen. Die Regelung aus Absatz (4) und (6) gelten entsprechend.

§ 6 Schiedsgericht
1. Das Schiedsgericht besteht aus ein*er Vorsitzenden und drei Beisitzer*innen. Das Schiedsgericht tagt in einer Besetzung von ein*er Vorsitzenden und zwei Beisitzer*innen. Das Schiedsgericht gibt sich einen Geschäftsverteilungsplan, der die jeweilige Besetzung festlegt.

2. Das Schiedsgericht wird für jeweils zwei Jahre durch die Landesmitgliederversammlung gewählt. Ihre Mitglieder müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und dürfen nicht zugleich dem Landesvorstand angehören. Sie sind unabhängig und an Weisungen nicht gebunden.

3. Das Schiedsgericht entscheidet in erster Instanz. Gegen Entscheidungen des Schiedsgerichts kann beim Schiedsgericht der GRÜNEN JUGEND Bundesverband Berufung eingelegt werden. Letzte Berufungsinstanz ist das Landesschiedsgericht von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg.

4. Bei Verfahren des Schiedsgerichts findet die Schiedsordnung der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg Anwendung. Hilfsweise findet die Landesschiedsgerichtsordnung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg sinngemäß Anwendung.

§ 7 Landesvorstand (LaVo)
1. Der Landesvorstand besteht aus insgesamt acht Personen. Er besteht aus drei Mitgliedern des geschäftsführenden Landesvorstands und aus fünf weiteren Mitgliedern, von denen eine Person zugleich das Amt der Frauen*, Intersex-, Trans*-Personen- und genderpolitischen Sprecherin wahrnimmt.

2. Der Geschäftsführende Landesvorstand (GLV) besteht aus zwei Landessprecher*innen, darunter mindestens eine FIT* Person, sowie der Schatzmeister*in. Mitglieder des Geschäftsführenden Landesvorstandes (GLV) müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben. Sie werden auf zwei Jahre gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Für eine dritte Amtsperiode ist eine 2/3-Mehrheit nötig. Die weiteren Mitglieder des Landesvorstandes werden von der Landesmitgliederversammlung (LMV) für ein Jahr gewählt. Der Landesvorstand unterliegt der Mindestquotierung nach dem Frauen*, Intersex- und Trans*-Personenstatut.

3. Alle drei Plätze des Geschäftsführenden Landesvorstands werden einzeln gewählt; zunächst wird der FIT*-Platz der Sprecher*innen gewählt. In den Geschäftsführenden Landesvorstand ist gewählt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält (absolute Mehrheit). Erreicht kein*e Bewerber*in im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, wird der Wahlgang wiederholt. Im zweiten Wahlgang wird gewählt, wer die meisten Stimmen erhält und das Quorum von 30 % erfüllt.

4. Die Wahl der Beisitzer*innen kann blockweise erfolgen. Zunächst werden die FIT*-Plätze gewählt, dann die offenen Plätze.Wenn mehr Bewerber*innen als Plätze zur Verfügung stehen, wird die Stimmzahl der Mitglieder zur besseren Vertretung von Minderheiten auf zwei Drittel der in einem Wahlgang zu wählenden Bewerber*innen reduziert. Gewählt ist wer die meisten Stimmen erhält und von mindestens 20% der Abstimmenden gewählt wur-de.

5. Die Landesmitgliederversammlung kann einem Mitglied des Landesvorstands nur das Misstrauen aussprechen, indem sie mit absoluter Mehrheit eine*n Nachfolger*in wählt. Die Abwahl muss auf Antrag von mindestens 25 Mitgliedern in der Einladung auf dem Vorschlag der Tagesordnung angekündigt und die Mitgliederversammlung ordentlich einberufen sein.

6. Scheidet ein Mitglied des Landesvorstandes aus, muss die Landesmitgliederversammlung eine Nachwahl durchführen. Die Amtszeit des nachgewählten Mitglieds endet mit dem regulären Ende der Amtszeit des ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds.

7. Der Landesvorstand leitet den Landesverband und führt dessen Geschäfte nach Gesetz und Satzung sowie den Beschlüssen der Landesmitgliederversammlung. Der geschäftsführende Landesvorstand ist für die Erledigung der besonders dringenden Vorstandsgeschäfte ver-antwortlich und nimmt gegebenenfalls die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers wahr. Außerdem besitzt der geschäftsführende Landesvorstand eine Rechenschaftspflicht gegenüber der Landesschatzmeister*in von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg. Die Rechnungsprüfung erfolgt durch die Rechnungsprüfer*innen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg und durch die Rechnungsprüfer*innen der GRÜNEN JUGEND Ba-den-Württemberg.

8. Der Landesvorstand kann sich eine Geschäftsordnung geben und Referent*innen berufen. Zwei Mitglieder des geschäftsführenden Landesvorstandes vertreten den Landesverband gem. § 26 BGB nach außen.

9. Die Schatzmeister*in trägt die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Kassenführung und die finanzielle Abrechnung.

10. Ein berufliches oder finanzielles Abhängigkeitsverhältnis zur GRÜNEN JUGEND schließt die Mitgliedschaft im Landesvorstand aus.

11. Mandatsträger*innen im Europaparlament, im Bundestag oder in den Länderparlamenten sind von der Mitgliedschaft im Landesvorstand ausgeschlossen.

§ 8 Allgemeine Bestimmungen
1. Die Wahlen zum Landesvorstand sind geheim. Bei den übrigen Wahlen kann offen abgestimmt werden, wenn sich auf Befragen kein Widerspruch ergibt.

2. Für Wahlen in andere Ämter als den Landesvorstand gilt: Bei Einzelwahl ist gewählt, wer im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht. Wird diese im ersten Wahlgang nicht erreicht, ist gewählt, wer im darauffolgenden Wahlgang die einfache Mehrheit erhält und von 20% der Abstimmenden gewählt wurde.

3. Für Wahlen in andere Ämter als den Landesvorstand gilt: Wahlen in gleiche Ämter können in einem Wahlgang durchgeführt werden. Wenn mehr Bewerber*innen als Plätze zur Verfügung stehen, wird die Stimmzahl der Mitglieder zur besseren Vertretung von Minderheiten auf zwei Drittel der in einem Wahlgang zu wählenden Bewerber*innen reduziert. Gewählt ist wer die meisten Stimmen erhält und von mindestens 20% der Abstimmenden gewählt wurde.

4. Votenvergabe:
Die Mitgliederversammlung kann Kandidaturen für Ämter und Mandate in anderen Organisationen, insb. der Partei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und der Heinrich-Böll-Stiftung auf Antrag politisch unterstützen (Votum). Ein Votum enthält die Aussage, dass die unterstützte Kandidatur im Interesse der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg liegt, insb. dass die Kandidat*in geeignet ist, die politischen Ziele und Vorstellungen der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg in diesem Gremium, voranzubringen oder umzusetzen. Ein Votum berechtigt die Kandidat*in, es bei seiner Bewerbung anzuführen und damit zu werben. Darüber hinaus berechtigt und verpflichtet es niemanden. Die Vergabe eines Votums ist nur nach erfolgreich verabschiedetem Antrag möglich, indem nach dem Frauen*, Intersex- und Trans*-Personenstatut die Anzahl der zu vergebenden Voten genau festgelegt wird. Liegt nur eine Bewerbung vor, muss im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht werden. Andernfalls wird kein Votum vergeben. Liegen mehrere Bewerbungen für die gleiche Position vor, so erhält das Votum, wer die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Gelingt dies bei der ersten Abstimmung niemandem, findet eine zweite Abstimmung zwischen den beiden Personen statt, die im ersten Durchgang die jeweils meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten. Das Votum erhält, wer die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt. Gelingt dies keiner der Bewerber*innen, so findet eine dritte Abstimmung statt. An ihr nimmt nur teil, wer bei der vorangegangenen Abstimmung die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Erhält er/sie* die absolute Mehrheit der Stimmen im dritten Durchgang nicht, so gilt das Votum als verweigert. Liegen lediglich zwei Bewerbungen für eine Position vor, so entfällt der erste Abstimmungsdurchgang.

5. Abstimmungen erfolgen durch Handzeichen. Auf Antrag eines Mitglieds erfolgt eine Ab-stimmung geheim. Beschlüsse werden mit der Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen gefasst. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

6. Die Satzung kann von der LMV nur mit einer 2/3-Mehrheit beschlossen, geändert oder aufgehoben werden, wenn dies auf der Tagesordnung der LMV fristgerecht angekündigt wurde.

7. Über die Sitzungen aller Organe ist ein Protokoll anzufertigen, das den Mitgliedern auf Wunsch zugänglich zu machen ist.

8. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

9. Erstattungsordnung und Finanzordnung sind nicht Bestandteil der Satzung und können mit einfacher Mehrheit geändert werden. Eine Ausnahme stellt lediglich der Mitgliedsbeitrag dar, der nur mit 2/3-Mehrheit geändert werden kann.

§ 9 Auflösung
1. Die Auflösung der Organisation kann nur durch eine eigens dafür einberufene LMV mit 3/4-Mehrheit beschlossen werden

2. Das Restvermögen fällt dann dem Landesverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg mit der Auflage zu, es für jugendpolitische Zwecke zu verwenden.

§ 10 Schlussbestimmungen
Diese Satzung tritt am Tag der Gründung am 14.4.1991 in Kraft. Sie wurde am 2.5.1992, am 24.04.1993, 06.03.1994, 05.03.1995, 14.01.1996, 15.09.1996, 28.06.1997, 25.10.1998, 07.11.1999, 14.05.2000, 21.10.2001, 13.10.2002, 21.11.2004, 06.11.2005, 07.05.2006, 08.10.2006, 29.05.2010, 28.11.2010, 25.11.2012, 11.05.2013, 04.05.2014, 29.11.2014, 30.11.2019 geändert.

FIT*-Statut

Stand: November 2019

Präambel

Als GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg stehen wir den vorherrschenden Geschlechternormen kritisch und hinterfragend gegenüber. Die gesellschaftlich konstruierte Zweigeschlechtlichkeit bringt vor allem für Frauen*, Inter- und Trans*sexuelle Menschen Diskriminierungen mit sich. Diese lehnen wir als emanzipatorischer, queer_feministischer und demokratischer Verband ab. Unter Frauen* verstehen wir Menschen, die sich selbst als Frau* definieren. Die gesellschaftlich konstruierten Unterschiede zwischen „Mann“ und „Frau“ spiegeln sich nicht nur in Umgangsweisen sowie Anforderungen an die jeweiligen Rollenbilder wider, sondern auch in unserer Sprache und in unseren alltäglichen Handlungen. Unter Intersexuellen Menschen verstehen wir Menschen, die sich selbst als intersexuell definieren. Unter Trans*sexuelle Menschen verstehen wir Menschen, die sich selbst als trans*sexuell definieren. Das FIT*Statut der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg soll unseren Verband für die Diskriminierung innerhalb unserer Gesellschaft sensibilisieren und helfen, mit Mitteln wie der Quotierung aller Gremien, Ämter und Redelisten oder der geschlechtersensiblen Sprache diesen Zuständen entgegenzuwirken. Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg setzt sich die Abschaffung der gesellschaftlich konstruierten Zweigeschlechtlichkeit zum Ziel. Als erste, unabdingbare Schritte sind dafür die Gleichstellung von FIT* Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen, das Aufbrechen von geschlechtsspezifischen Rollenbildern und die Anerkennung aller möglichen geschlechtlichen Identitäten notwendig. Wir wissen, dass auch unser Verband nicht frei ist von geschlechtsspezifischer Sozialisation und den damit einhergehenden Benachteiligungen von FIT* Menschen. Durch das FIT*Statut soll auf allen Ebenen unseres Verbandes die gleichberechtigte Repräsentanz von FIT* Menschen ge-währleistet werden und eine Auseinandersetzung mit der Frage der Gleichberechtigung der FIT* Menschen in unserer Gesellschaft erfolgen.

§ 1 Mindestquotierung
1. Alle gewählten Gremien, Organe und Präsidien, gleichberechtigten Ämter und Delegiertenplätze der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg sind mindestens zur Hälfte mit FIT* Menschen zu besetzen. Wir setzen uns darüber hinaus für eine geschlechtergerechte Gleichverteilung von Verantwortung innerhalb unserer Gremien ein.

2. Steht bei Delegationen nur ein ordentlicher Platz zur Wahl, ist dieser grundsätzlich bei mindestens jeder zweiten Amtszeit mit einer FIT* Person zu besetzen. Einmalige Wiederwahl ist möglich. Ist diese Person keine FIT* Person, so muss im Anschluss der Platz ebenso lange mit einer FIT* Person besetzt werden. Die/Der Delegierte für den Bundesfinanzausschuss ist von dieser Regelung aus-genommen. Falls die/der Schatzmeister*in nicht weiblich, inter- oder trans*sexuell ist, muss dieses Amt von einer FIT* Person übernommen werden.

3. Die Mindestquotierung gilt auch, wenn Arbeitskreise der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg Koordinierende wählen.

4. Über die Öffnung von offenen Plätzen entscheidet das FIT*Forum.

§ 2 FIT*Forum
1. Auf Antrag zur Geschäftsordnung können die anwesenden Stimmberechtigten weiblichen, inter- und trans*sexuellen Mitglieder beschließen, ob sie ein FIT*Forum abhalten wollen. Der Antrag wird mit einer Pro- und einer Contra-Rede behandelt, eine Öffnung der Debatte ist möglich. Die FIT* Menschen beraten dann bis zu einer Stunde lang in Abwesenheit der weiteren Mitglieder und teilen nach dem Ende des FIT*Forums das Ergebnis dem gesamten Gremium mit. Das FIT*Forum gilt als Teil des jeweiligen Gremiums. Die Organisator*innen sind für ein Parallelprogramm, in dem ein frauen- und genderpolitisches Thema behandelt wird, für alle, die nicht am FIT*Forum teilnehmen, verantwortlich.

2. Auf dem FIT*Forum können die FIT* Menschen
• über die Öffnung von offenen Plätzen für alle Mitglieder entscheiden, soweit vorher zu besetzende FIT*Plätze nicht besetzt werden konnten,
• ein FIT*Votum beschließen,
• ein FIT*Veto auszusprechen.

3. Öffnung von offenen Plätzen
• Sollte keine FIT* Person einer zustehenden FIT*Platz kandidieren oder gewählt werden, bleiben diese Plätze unbesetzt. Es gibt keine Möglichkeit, diese Plätze zu öffnen.
• Auch offene Plätze müssten für den Fall, dass keine FIT* Person auf einem einer FIT* Person zustehenden Platz kandidiert oder gewählt wurde, aufgrund der Regel, dass alle Gremien mindestens zur Hälfte mit FIT* Men-schen besetzt werden müssen (vgl. § 1), unbesetzt bleiben. Dies kann aber von einem FIT* Forum aufgehoben werden.
• Das FIT*Forum entscheidet, ob die noch zu besetzenden offenen Plätze für alle Mitglieder freigegeben werden. Wird die Öffnung der Plätze abgelehnt, bleiben auch diese Plätze unbesetzt.
• FIT*Votum und FIT*Veto: Bei Anträgen, die formal oder inhaltlich das Selbstbestimmungsrecht von FIT* Menschen berühren oder welche FIT* Menschen besonders betreffen, haben die FIT* Menschen die Möglichkeit vor der Abstimmung der Versammlung eine gesonderte Abstimmung nur unter den FIT* Menschen durchzufuhren. Es kann ein FIT*Votum, ein FIT*Veto oder ein FIT*Votum verbunden mit einem FIT*Veto beschlossen werden. Ein FIT*Votum ist eine nicht bindende Empfehlung. Die Entscheidung über diese Anträge wird mit absoluter Mehrheit getroffen. Sollten die Abstimmungsergebnisse zwischen der Entscheidung des FIT*Forums und der Gesamtversammlung voneinander abweichen, wird das FIT*Votum zum FIT*Veto mit aufschiebender Wirkung, sofern es nicht zuvor vom FIT*Forum anders beschlossen wurde. Der Antrag kann erst bei der nächsten Versammlung wieder eingebracht werden.

§ 3 Redelisten
Die Redeleitung hat bei der Diskussionsleitung ein Verfahren zu wählen, welches das Recht von FIT* Menschen auf mindestens die Hälfte der Redezeit gewährleistet, gegebenenfalls auch das Führen getrennter Redelisten. Nach dem letzten Redebeitrag der FIT*liste kann die Diskussion nur durch ein FIT*Votum weitergeführt werden. Die Versammlungsleitung ist mindestens zur Hälfte von FIT* Menschen zu übernehmen. Die Versammlungsleitung hat die Aufgabe, sich selbst und die Versammlung für ein gendergerechtes Redeverhalten zu sensibilisieren.

§ 4 Frauen*, inter-, trans*sexuellen und genderpolitische Sprecher*in
1. Die*Der frauen*, inter-, trans*sexuellen und genderpolitische Sprecher*in ist für die Initiierung frauen*, inter-, trans*sexuellen und genderpolitischer Maßnahmen in der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg federführend zuständig. Zudem ist sie für die Vernetzung mit den frauen*, inter-, trans*sexuellen und genderpolitischen Sprecher*innen des Bundesverbandes und der anderen Landesverbande zuständig. Sie hat mindestens einmal im Jahr auf einer Landesmitgliederversammlung darüber zu berichten.

2. Die frauen*, inter-, trans*sexuellen und genderpolitische Sprecher*in wird aus den Reihen der weiteren weiblichen, inter- und trans*sexuellen Beisitzer*innen im Landesvorstand im Anschluss an dessen Wahl in einem separaten Wahlgang von der Landesmitgliederversammlung gewählt.

§ 5 Geschlechtergerechte Sprache
Alle Veröffentlichungen der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg sind in geschlechtergerechter Sprache zu erstellen. Dabei soll jedoch nicht nur die männliche und weibliche Form genannt werden, sondern auch die Vielgeschlechtlichkeit deutlich gemacht werden.

§ 6 Einstellungspraxis
Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg fördert auch als Arbeitgeberin die Gleichstellung. In Bereichen, in denen FIT* Menschen unterrepräsentiert sind, werden sie bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.

§ 7 Bildungsarbeit
Bei Seminaren und Veranstaltungen wird angestrebt, dass FIT* Menschen mindestens die Hälfte der Teilnehmenden ausmachen. Falls es eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt, ist die Hälfte der Plätze bis zu einem Stichtag für FIT* Menschen zu reservieren. Falls ein Bewerbungsverfahren notwendig ist, werden FIT* Menschen bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Zudem ist bei der Organisation von Veranstaltungen, wie z.B. Seminaren oder Podiumsdiskussionen, der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg darauf zu achten, mindestens zur Hälfte weibliche, inter- oder trans*sexuelle Referent*innen einzuladen. Gerade bei männlich dominierten Themen sollen weibliche, inter- oder trans*sexuelle Referent*innen eingeladen werden.

Bildungsstatut

Stand: November 2019

§1 Organisation
1. Der Koordinationskreis Bildung (KoBi) besteht aus vier Personen, die auf der zweiten regulären LMV des Jahres gewählt werden. Mindestens zwei Mitglieder müssen FIT* sein, weshalb zwei Platze in einem separaten FIT*wahlgang gewählt werden, die beiden anderen Plätze sind offene Plätze. Ein Mitglied des KoBi kann nicht gleichzeitig Mitglied innerhalb des Landesvorstandes oder des Landesschiedsgerichts sein.

2. Scheidet ein Mitglied des KoBi aus, muss die LMV eine Nachwahl durchführen. Die Amtszeit des nachgewählten Mitglieds endet mit dem regulären Ende der Amtszeit des ausgeschiedenen KoBi-Mitglieds.

3. Der erweiterte Koordinationskreis Bildung besteht aus den gewählten Mitgliedern und einem*r Vertreter*in des Landesvorstands der GRÜNEN JUGEND BadenWürttemberg, welche/r durch den Landesvorstand bestimmt wird. Dieser gewährleistet die Kommunikation zwischen Landesvorstand und KoBi.

4. Entscheidungen trifft der KoBi mit einfacher Mehrheit.

5. Alle Mitglieder des KoBi sind stimmberechtigt.

6. Für die Durchführung der Bildungsarbeit sollen dem KoBi in Absprache mit dem LaVo ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

§ 2 Aufgaben des KoBi
1. Im Mittelpunkt des Koordinationskreises Bildung KoBi steht die Planung, Weiterentwicklung und Reflexion der inhaltlichen Bildungsarbeit.

2. Der KoBi trifft sich kurz nach der Wahl eines neuen Landesvorstandes und kurz nach der Wahl eines neuen KoBis und bespricht das Bildungskonzept für das nächste halbe Jahr.

3. Der KoBi trifft sich generell mindestens drei Mal im Jahr und tagt mitgliederöf-fentlich. Spätestens sieben Tage vorher muss per Mail über die INFO-Mailingliste eingeladen werden.

4. Der KoBi betreibt die Vernetzung hinsichtlich der Bildungsarbeit. Hierzu gehö-ren bspw. Kooperationsseminare mit der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg nahestehenden Verbänden. Des Weiteren soll der KoBi die Ar-beitskreise, Ortsgruppen und Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg bei der Durchführung und Organisation von Seminaren strukturell unterstützen.

5. Die terminliche und inhaltliche Koordination der Bildungsarbeit wird gemeinsam mit dem Landesvorstand unter Einbeziehung der Arbeitskreise vollzogen.

6. Der KoBi soll auch selbstständig Seminare organisieren. Hierbei sollen von den Mitgliedern der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg debattierte Themen beachtet werden.

7. Um eine nachhaltige Bildungsarbeit zu gewährleisten, sorgt der KoBi für eine zeitnahe und dauerhafte Ergebnissicherung der Bildungsarbeit, die für alle zugänglich ist.

8. Zum Abschluss der Amtszeit wird der LMV ein schriftlicher Rechenschaftsbericht vorgelegt. (9) Der KoBi hat bei seiner Arbeit darauf zu achten, dass die Bildungsarbeit gendersensibel, barrierefrei und inklusiv gestaltet wird.

ZITRO-Statut

Stand: Novemer 2019

§ 1 Organisation
1. Die Redaktion der ZITRO besteht aus 6 Personen, welche auf der zweiten LMV jeden Jahres für ein Jahr gewählt werden. Mindestens 3 Mitglieder müssen FIT*-Personen sein, weshalb 3 Plätze in einem separaten FIT*-Wahlgang gewählt werden; die 3 weiteren Plätze sind offene Plätze. Ein Mitglied der Redaktion kann nicht gleichzeitig Mitglied innerhalb des Landesvorstandes oder Mitglied des Schiedsgerichts sein.

2. Die erweiterte Redaktion besteht aus der Redaktion der Mitgliederzeitschrift und eine*r Vertreter*in des Landesvorstands der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg, welche*r durch den Landesvorstand bestimmt wird und die Kommunikation zwischen Landesvorstand und Redaktion sicherstellt.

3. Entscheidungen trifft die erweiterte Redaktion mit einfacher Mehrheit.

4. Alle Mitglieder der erweiterten Redaktion sind stimmberechtigt.

§ 2 Aufgaben der Redaktion
1. Die Redaktion ist zuständig für die Pflege der ZITRO-Bereich auf der Homepage, dazu gehören u.a. das Sammeln von Artikeln aus der Mitgliedschaft, die Organisation des Korrekturlesens, Gestaltung/Layout von Artikel und dem ZITRO-Bereich der Homepage, Kommunikation mit der Landesgeschäftsstelle und der ZITRO-Redaktionstreffen. Die Redaktion ist gemeinsam zuständig für diese Aufgaben. Zu Beginn der Amtszeit werden diese Aufgaben innerhalb der Redaktion eigenständig und gleichmäßig verteilt.

2. Die Redaktion bestimmt für den Zitro-Bereich auf der Homepage eine*n Verantwortliche*n im Sinne des Presserechts (ViSdP) der ZITRO aus ihrer Mitte für die Dauer der Amtszeit.

3. Die Sitzungen der Redaktion sind mitgliederöffentlich. Es soll mindestens eine Sitzung pro Halbjahr abgehalten werden, zu denen 7 Tage vorher über die INFO-Mailingliste eingeladen werden muss.

4. Es sollen regelmäßig Artikel auf die Homepage gestellt werden. Dabei soll bei Möglichkeit Bezug auf das Halbjahresthema genommen werden, dies ist jedoch nicht verpflichtend.

5. Artikel von Redaktionsmitgliedern sind erwünscht, dürfen aber bei der Auswahl der Artikel nicht bevorzugt behandelt werden. Gleichzeitig sollen Mitglieder und Ortsgruppen regelmäßig über die INFO-Liste dazu aufgerufen werden, Artikel zu schreiben.

6. Über die (Nicht-)Veröffentlichung von Artikeln entscheidet die erweiterte Redaktion, anhand der in den Richtlinien beschriebenen Kriterien. Entscheidet sich die Redaktion dazu, einen Artikel eines ordentlichen Mitglieds der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg nach §3 (1-4) der Satzung nicht zu veröffentlichen, muss dieses Mitglied umgehend über diese Entscheidung informiert werden. Ihm steht dann die Anrufung des Schiedsgerichts nach §6 der Satzung offen.

§ 3 Richtlinien zur Veröffentlichung/Nichtveröffentlichung von Artikeln
1. Grundsätzlich ist jedes Mitglied der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg berechtigt, Artikel zu schreiben. Jeder Artikel von Mitgliedern hat prinzipiell Anspruch auf Veröffentlichung, da der ZITRO-Bereich auf der Homepage jedem Mitglied die Möglichkeit geben soll ihre*seine Meinung zu einem politischen Thema frei zu äußern. Die erweiterte Redaktion kann auch Artikel von Nichtmitgliedern veröffentlichen und darf auch Artikel kürzen, solange es die Aussage nicht verfälscht. In begründeten Ausnahmefällen (siehe (2)) darf sie von der Veröffentlichung eines Artikels nach Rückmeldung an die*den Verfasser*in absehen. Redaktionelle Artikel ohne journalistischen und publizistischen Charakter sollen nicht veröffentlicht werden. Dabei muss eine sachliche inhaltliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen politischen Ansichten in der betreffenden Ausgabe immer gewahrt bleiben. Artikel müssen sich an folgenden Grundsätzen und Werten (siehe (2)) orientieren, die erweiterte Redaktion entscheidet in strittigen Fällen, ob die Artikel diesen Normen entsprechen und kann die Veröffent-lichung bei Verstößen verweigern.

2. Kriterien zur Veröffentlichung bzw. Nichtveröffentlichung von Artikeln oder anderen Beiträgen:
• Beiträge jedweder Art dürfen die Menschenwürde nicht verletzen, deshalb darf die Redaktion Beiträge mit diskriminierendem, sexistischem, rassistischem oder gewaltverherrlichendem Inhalt nicht veröffentlicht.
• Artikel, die einzelne oder mehrere Mitglieder der GRÜNEN JUGEND persönlich angreifen oder beleidigen dürfen von der erweiterten Redaktion ebenfalls nicht veröffentlicht werden.
• Autoren sind im Voraus auf die Lizenz der Zitro und die damit verbundene Rechteeinschränkung hinzuweisen, wenn Autoren nicht die erforderlichen Rechte einräumen wollen, kann der Text nicht in der Zitro veröffentlicht werden.
• Die Redaktion achtet ebenso darauf, dass die Diversität der Mitglieder in den veröffentlichten Artikeln widergespiegelt wird. Dazu sollen mindestens die Hälfte der veröffentlichten Artikel von FIT*Personen sein.

3. Der gesamte ZITRO-Bereich wird unter der Creativ Commons Lizenz in Version 3 mit den Attributen „Namensnennung - Nicht Kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ veröffentlicht.
4. Die Lizenz wird im Impressum in rechtsverbindlicher Form, wie sie unter http://creativecommons.org/choose/?lang=de erstellt werden kann, abgedruckt.
5. Ausnahmen von der in (1) getroffenen Bestimmung, können nur aus redaktionel-len Gründen und für Bilder aus Bilddatenbanken mit abweichender Lizenz gemacht werden. Die abweichende Lizenzierung ist im Impressum nach dem allgemeinen Lizenzhinweis anzugeben.

Awarenesskonzept

Einführung und Zielsetzung Awarenesskonzept:
Die Grüne Jugend Baden-Württemberg (GJBW) kämpft für eine Welt, in der jeder Mensch sicher und ohne Diskriminierung in Freiheit leben kann. Deshalb wollen wir innerverbandlich und auf unseren Veranstaltungen dafür sorgen, dass sich alle Menschen sicher und wohl fühlen. Die GJBW verpflichtet sich, die angestrebten politischen Werte auch in der innerverbandlichen Kommunikationskultur umzusetzen. Dazu gehört die Grenzen anderer Personen zu wahren, gewaltfrei zu kommunizieren und für ein Gesprächsklima zu sorgen, in welchem wir am Besten gemeinsam für unsere Ziele diskutieren, arbeiten und kämpfen können. Deshalb implementiert die Grüne Jugend Baden-Württemberg ein Awarenesskonzept in Form einer Awarenessgroup (AWG), welches sich an schon bestehenden Awarenesskonzepten orientiert. Im Fokus stehen die Themen Psychische, Physische und Sexualisierte Gewalt. Wir als GJBW setzen uns proaktiv und präventiv für ein solidarisches Miteinander ein, welches jegliche Form der Gewalt ablehnt.

Zusammensetzung:
Im Landesvorstand gibt es mindestens ein zuständiges Landesvorstandsmitglied der GJBW (LaVoMi), welches die AWG organisiert, koordiniert und selbst Teil dessen ist. Die Awarenessgroup setzt sich zusammen aus Mitgliedern der GJBW, die zur Teilnahme von den zuständigen Landesvorstandsmitgliedern angefragt werden und die sich zu den damit einhergehenden Aufgaben verpflichten. Ein Kontaktieren der LaVoMis bei Wunsch auf Eintritt in die AWG ist möglich, letztendlich entscheiden die zuständigen LaVoMis der GJBW über die schlussendliche Zusammensetzung. Die Awarenessgroup soll als feste Gruppe fungieren, wird aber in ihrer Mitgliederkonstellation fluktuieren, je nach dem wie die Kapazitäten der Mitglieder der AWG aussehen. Angestrebt wird eine Besetzung von mindestens 50% Personen, die sich nicht als männlich identifizieren – weitere Vielfalt der Lebensperspektiven sollte auch angestrebt sein. Der Landesvorstand behält sich vor, Menschen aus dem Team auszuschließen, die den verantwortungsvollen Aufgaben nicht gerecht werden.

Ausbildung:
Ausbildungsangebote für die AWG werden über die zuständigen LaVoMis der GJBW koordiniert. Die Ausbildungsangebote sind keine Verpflichtung aber Empfehlungen und werden integriert in die Bildungsarbeit der GJBW um multiplikatorisch Wissen weitergeben zu können. Auch Nicht-AWG-Mitglieder der GJBW können an diesen Veranstaltungen teilnehmen, die Teilnahme von AWG-Mitgliedern ist besonders gewünscht, um eine Schulung gewährleisten zu können. Über den Ausbildungszustand dokumentieren die zuständigen LaVoMis.
Zu den möglichen Schulungsthemen gehören unter Anderem die Themen: Physische Gewalt, Sexualisierte Gewalt, Psychische Gewalt, 1.-Hilfe-Kurs, Deeskalationsarbeit, Gewaltfreie Kommunikation.

Verpflichtung:
Die Awarenessgroup (AWG) und seine Mitglieder verpflichten sich – außer bei expliziter Absprache aller Beteiligten – zu uneingeschränkter Vertraulichkeit in sämtlichen Belangen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit an sie herangetragen werden.

Die AWG verpflichtet sich, im Einsatz keine bewusstseinsverändernden Substanzen zu sich zu nehmen. Bei physischer oder psychischer Eingeschränktheit sollte der Einsatz nicht angetreten und ein anderes Mitglied der AWG eingesetzt werden.

Aufgaben:
Die AWG hat klare Aufgaben, um dessen Erfüllung sie bemüht ist. Grundsätzlich soll die AWG bei allen Veranstaltungen, auf denen es anwesend ist, Ansprechpartner*in für Menschen sein, die Redebedarf haben oder sich in Konflikten unwohl oder diskriminiert fühlen. Die AWG soll dabei Möglichkeiten und Orte des Rückzuges schaffen. Darüber hinaus behält das Awarenessteam die Grundstimmung von Veranstaltungen im Auge, achtet auf eine angemessene Diskussionskultur und interveniert, wenn persönliche Grenzen überschritten werden.
Die AWG ist zusätzlich angehalten, Menschen, die im Rahmen von Veranstaltungen der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg (GJBW) emotionale Unterstützung benötigen, bei Bedarf zu begleiten. Auch für Veranstaltungen, bei denen die AWG nicht anwesend ist, kann es im Nachhinein in Anspruch genommen werden. Insbesondere dient sie als Ansprechpartner*in für die Koordinierenden der Arbeitskreise sowie Organisator*innen von Veranstaltungen, die problematische Gesprächskultur und Grenzüberschreitungen an die AWG herantragen können. Über die Hilfestellungen auf Veranstaltungen hinaus betreibt die AWG Aufklärungsarbeit im Verband. Ziel ist es dabei, die Mitglieder und Aktiven der GJBW in Bezug auf Diskussionskultur, respektvollen Umgang miteinander und der Achtung persönlicher Grenzen zu sensibilisieren.

Veranstaltungshinweise:
Die AWG ist angehalten, wenn möglich, bei Veranstaltungen einen Raum des Rückzuges bereitzustellen und diesen auszustatten mit Ressourcen, die genutzt werden können, für Menschen, die diesen Rückzugsraum in Anspruch nehmen wollen. Die AWG schildert diesen Raum aus und kommuniziert mit den Teilnehmer*innen den Ort und die Funktion des Raumes sowie der AWG allgemein.

Die Awarenessgroup arbeitet auf möglichst allen Veranstaltungen der GJBW, mindestens aber auf Landesmitgliederversammlungen. Die Awarenessgroup behält sich außerdem immer die Möglichkeit vor, bei allen weiteren mitgliederöffentlichen Veranstaltungen vor Ort und aktiv zu sein.

Alle Gremien der GJBW sind zukünftig angehalten, die Awarenessgroup bei der Veranstaltungsplanung zu berücksichtigen, also einzuplanen und Hinweise des Teams ernst zu nehmen.

Finanzen:
Um seiner Aufgabe gerecht werden zu können, braucht die Awarenessgroup außerdem finanzielle Mittel, um beispielsweise Fortbildungen zu finanzieren. Weiteres wird im Finanzstatut geregelt.

„Safe Spaces“ Policy – Sichere Orte

Sichere Orte verändern sich und sind dynamisch. Dieses Dokument ist eine Richtlinie, sollte also adaptiert werden, wenn wir in Lernprozessen unsere Definition sicherer Orte adaptieren. Es ist eine Richtlinie, wie wir uns begegnen wollen, innerhalb des politischen Sicheren Ortes, der die Grüne Jugend Baden-Württemberg sein möchte. Wir haben hohe Erwartungen uns gegenüber, wie wir uns in Meetings, Aktionen und Sozialen Versammlungen verhalten wollen. Diese Richtlinie zielt darauf ab, bei jeder Aktion im Rahmen der Grünen Jugend Baden-Württemberg in Betracht gezogen zu werden.

Als Organisation bauen wir soziale Beziehungen innerhalb und außerhalb von Treffen und Aktionen auf. Wir verpflichten uns dieser „Safer Space Policy“ wann auch immer wir zusammen agieren, das beinhaltet sicherzustellen, dass alle diese Orte inklusiv und gewaltlos sind.

Wenn jemand diese Verpflichtung missachtet, kann ein Diskussions- oder Vermittlungsprozess in Anspruch genommen werden, basierend auf den Wünschen der betroffenen Person. Wenn eine ernsthafte Verletzung dazu führt, dass sich jemand im Rahmen der GJBW nicht mehr sicher fühlt, kann die verursachende Person gebeten werden, sich zu entfernen oder mit einer außenstehenden Person zu sprechen.

Unsere Leitlinien:
1. Respekt: Rassismus, genauso wie Altersdiskriminierung, Sexismus, Ableismus und Vorurteile basierend auf Ethnizität, Nationalität, Klasse, Gender, Gender Darstellung, Sprachvermögen, Asylstatus oder Glauben ist inakzeptabel und wird nicht konsequenzlos stehen gelassen.
2. Privilegienbewusstsein: das beinhaltet das Nicht-Betroffensein von Rassismus, Klassismus und Sexismus, genauso aber die Privilegien weniger sichtbarer Hierarchien. Denke darüber nach, wie deine Wörter, Meinungen und Gefühle beeinflusst sind, wen diese ausschließen oder verletzen können.
3. Zustimmung/Consent: Respektiere die physischen und emotionalen Grenzen Anderer, hole dir verbale Zustimmung ein bevor du andere berührst. Nimm nicht an, dass deine physischen und emotionalen Grenzen die Grenzen anderer Personen sind.
4. Konstruktive Sprache: Sei dir der Sprache die du in Diskussionen nutzt, bewusst und wie du dich Anderen gegenüber verhältst. Versuch langsam, klar und unkompliziert zu sprechen, gerade wenn du mit Nicht-Muttersprachler*innen sprichst.
5. Zuhören/ Nicht Antizipieren: Vermeide die Meinungen und Identifikationsformen anderer Menschen zu antizipieren. Höre zu.
6. Lernen: Wenn du etwas nicht verstehst, frag einfach. Es ist okay, Fehler zu machen. Bitte zeig Wertschätzung für die harte Arbeit anderer und sei dir dessen bewusst, wenn du Kritik formulierst.
7. Raum geben: Jede*r ist mal dran. Gib jeder Person die Zeit und den Raum zu sprechen. In größeren Gruppen, heb die Hand, um zu sprechen. Unterbrecht euch nicht gegenseitig.
8. Fehler akzeptieren: Wenn du verletzend gesprochen oder gehandelt hast, selbst wenn nicht beabsichtigt, erwarte, dass jemand dich damit konfrontieren wird. Wenn dies passiert, höre zu und reflektiere was die Person sagt, selbst wenn du anderer Meinung bist. Versuch dich nicht, von deiner Verantwortung zu lösen.

Wir, die Grüne Jugend Baden-Württemberg und ihre Mitglieder, möchten uns bemühen, Sichere Orte zu schaffen und diese zu schützen.