#NoPlastic – Jetzt PlasticAttack in Deiner Ortsgruppe starten!

10.07.2018

Jede unserer Ortsgruppen in Baden-Württemberg hat viele kluge Köpfe, kreative Ideen und gute Einfälle. Deshalb ist es wichtig, sich gegenseitig zu inspirieren und Arbeit abzunehmen. Ein erster Schritt kann das Teilen von Erfahrungsberichten und ein reger Austausch zwischen den Ortsgruppen sein. Mitte Juni hat die GJ Freiburg eine Plasticattack veranstaltet, um auf den täglichen Plastikkonsum aufmerksam zu machen und Anregungen für Vermeidungsstrategien zu geben. Hier teilt sie ihre Erfahrungen und gibt Tipps für eine gelungene Protestaktion.

Was ist eine Plasticattack?

Eine Plasticattack ist eine Protstform gegen Plastikverpackungen, die in Großbritannien und Belgien von Aktivist*innen initiiert wurde und immer mehr Zulauf erhält. Das Ziel der Aktion ist es, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für den Plastikverbrauch zu schaffen.

Warum sollte man eine Plasticattack veranstalten?

Jährlich werden rund acht Millionen Plastikmüll in den Ozeanen entsorgt und belasten somit Tiefsee, Meeresböden und lassen unsichtbare Müllstrudel entstehen. Bis 2050 werden wir voraussichtlich mehr Plastikteile als Fische im Meer geben. Selbst wenn wir morgen damit aufhören würden, Plastik zu produzieren – die vielen Millionen Tonnen, die bislang in die Ozeane gelangt sind, werden noch Jahrhunderte lang mit den Strömungen um die Welt treiben. Wir haben ein großes globales Umweltproblem, das zur Schädigung unserer Ökosysteme führt. Das sogenannte Littering, also das Vermüllen und achtlose Wegwerfen von Abfällen, kann nur durch weniger Plastik im Alltag vermieden werden. Weniger ist mehr! Wir haben unsere Zukunft selbst in der Hand.

 

Von der Idee zur Umsetzung

Vorbereitung

Ort, Zeit und Organisatorisches: Um eure Plasticattack öffentlich wirksam durchzusetzen, braucht es eine gezielte Planung. Gegebenenfalls könnt ihr einen Zeit- und Zuständigkeitsplan erstellen. Natürlich solltet ihr entscheiden in welcher Filiale ihr die Aktion wann durchführt. Soll ein wohlhabendes Viertel ausgewählt werden? Ein Wochentag zur Rush Hour im Supermarkt? Oder doch lieber am Wochenende, wenn Familien ihren Großeinkauf tätigen? Die Ortgruppe Freiburg hatte sich für einen Dienstag am Spätnachmittag entschieden. Dabei fiel auf, dass einige Kunden unter zeitlichem Druck standen und der Andrang mäßig war. Dies ließ jedoch auch die Möglichkeit sich mit Einzelpersonen gut auszutauschen.

Dazu gehört auch die Überlegung, ob die Filialleitung im Voraus informiert werden soll oder nicht. Im ersten Versuchslauf wurde dies nicht getan, da die Aktion einen Überraschungseffekt haben sollte.

Das Budget sollte im Voraus geklärt werden. Die schonendste Variante für eure GRÜNE JUGEND Kasse ist sicherlich, dass jeder seinen Privateinkauf tätigt und das Plastik in einem großen Einkaufswagen gesammelt wird. Im ersten Testlauf in Freiburg hatten wir ein Budget von 50 € um einen gemeinsamen Einkauf zu tätigen. Das war natürlich super um den Kontrast zwischen Produkten und Verpackungsmüll aufzuzeigen. Des Weiteren hatte der gemeinsame Einkauf einen großen Spaßfaktor. Es sollte im Voraus auch festgelegt werden ob ihr Getreidewaren einkaufen wollt. Das ist gut machbar, erfordert allerdings, dass ihr Gläser zum umfüllen mitbringt. Für das Obst und Gemüse können auch Stoffbeutel mitgebracht werden. In kleinen Veggie-Bags kann man so auch Beeren oder Ähnliches aufbewahren.

Was tun mit dem Einkauf? Sollte jede*r privat eingekauft haben so kann natürlich auch jede*r die Lebensmittel zu sich nach Hause mitnehmen. Weitaus öffentlich wirksamer und spaßiger sind Optionen wie ein gemeinsames Kochen im Anschluss oder das Verschenken von Obst und Gemüse an Kund*innen, wie es die Ortsgruppe Freiburg gemacht hat.

Fordert rechtzeitig die dazugehörigen Flyer bei dem Landesverband Baden-Württemberg an. Diese werden gratis zur Verfügung gestellt.

Lokalpresse: Mit der Information zu Zeit und Ort sowie einer kurzen Beschreibung der Durchführung solltet ihr euch an die Presse vor Ort wenden. Die Lokalzeitung, ein regionaler Radiosender oder sogar ein Fernsehteam? Nehmt den Kontakt auf. Möglicherweise lassen sich Interviews zu eurem Vorhaben organisieren?

Social Media: Im Voraus lässt sich eine Veranstaltung oder ein Sharepic erstellen, um die Aufmerksamkeit auf eure Aktion zu lenken.

Durchführung

Die konkrete Umsetzung ist weniger kompliziert. Trefft euch vor dem Supermarkt, kauft verpacktes Obst & Gemüse in einem Einkaufswagen ein. Getreidewaren könnt ihr in Gläser umfüllen. Mit den Flyern können Konsumenten aufmerksam gemacht werden.

Ein zweiter Einkaufswagen wird mit dem „unnötigen“ Plastik gefüllt. Flyer werden verteilt, Obst und Gemüse wird möglicherweise verschenkt.

Welche Argumentationsstrategien gibt es für Gespräche mit Interessierten?

Viele Argumente sprechen für Vermeidungsstrategien und Bewusstseinsschärfung in Bezug auf Plastik. Zunächst machen aktuelle Nachrichten über geschreddertes Mikroplastik in Lebensmittelabfällen die Runde. Für unsere Gesundheit hat dieser Vorgang bisher unerforschte Auswirkungen. Letzteres gelangt durch Zerreibung und Zersetzung durch Sonneneinstrahlung und Reibung in den Kreislauf unseres Ökosystems. Besonders Meerestiere fallen dem Müll im Meer zum Opfer. Oft verhungern sie mit plastikgefüllten Verdauungstrakten. Pellets, also der Grundstoff von Kunststoffprodukten, werden weltweit gehandelt und gelangt allzu oft in die Umwelt. Ein Waschvorgang führt zu dem Herauslösen von kleinsten Plastikteilchen aus den Textilfasern. Auch Duschgels, Peelings oder Waschmittel transportieren Mikroplastik in unser Abwasser. Die Ozeane bedecken ca. 70% der weltweiten Erdoberfläche und stellen die Lebensgrundlage vieler Menschen dar. Die Problematik ist komplex aber während wir über das Thema nachdenken verändert sich die Ausgangslage. Neuer Müll kommt stetig hinzu. Weitere Infos erhaltet ihr durch die untenstehenden Links.

Nachbereitung

Im Nachhinein geht es besonders darum die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu vollenden. Eventuell die Presse mit Pressemitteilungen und Bildern versorgen. Auf den Social Media – Kanälen sollte das Ergebnis gestreut werden.  Im besten Falle habt ihr mit der Aktion neue Gesichter und interessierte junge Leute begeistern können. Diese auch zukünftig in Aktionen, Inhalte und die Arbeit der Grünen Jugend einzubinden, ist wichtig. Ist ein örtlicher Journalist anwesend? In Freiburg war ein Kamerateam vor Ort und hat einen Beitrag verfasst. Sollte das bei euch nicht klappen, sollte ein Foto in hoher Auflösung geschossen werden um es anschließend mit einer Pressemitteilung an die Lokalpresse zu senden.

Habt ihr Feuer gefangen und Lust durchzustarten? Hoffentlich können wir mit diesem Startschuss auch weiterhin eine Vernetzung und den Erfahrungsaustausch vorantreiben.

Weitere Infos:

https://kurswechsel.bildungscent.de/wissen/kurswechselkarten/

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologischleben/alltagsprodukte/14058.html

https://www.umweltbundesamt.de/themen/7-punkte-plan-fuer-weniger-muell-im-meer

Pressestimmen zur Freiburger PlasticAttack:

https://baden-tv-sued.com/noplastic-grune-jugend-aktiv-gegen-plasik-mull/

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/aktion-gegen-plastikmuell