GJBW wählt Vorstand und fordert klare grüne Handschrift in der Regierungsarbeit

15.05.2018

Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg hat sich am vergangenen Wochenende zu ihrer Landesmitgliederversammlung in Karlsruhe getroffen. Die anwesenden Mitglieder wählten die Beisitzer*innen des Landesvorstands, diskutierten das Scheitern der Wahlrechtsreform und beschäftigten sich mit dem Thema Digitalisierung.

Deniz Gedik (22) aus Tübingen und Tobias B. Bacherle (23) aus Sindelfingen wurden für eine erneute Amtszeit als Beisitzer wiedergewählt. Neu im achtköpfigen Vorstand der Junggrünen sind Anabel Bieg (20) aus Freiburg und Merlin Stein (20) aus Tübingen, sowie Anika Kienle (19) aus Karlsruhe, die in das Amt der gender- und frauenpolitischen Sprecherin des Verbands gewählt wurde. Der geschäftsführende Landesvorstand, bestehend aus den Sprecher*innen Lena C. Schwelling und Marcel Roth sowie der Schatzmeisterin Lea Elsemüller, wurde im vergangenen Jahr für eine zweijährige Amtszeit gewählt.

Im Leitantrag „Green Digital Society“, den die Landesmitgliederversammlung beschlossen hat, fordert die Grüne Jugend Baden-Württemberg ein Nebeneinander von digitalem Fortschritt und kritischer Reflexion: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass sich die Digitalisierung an unsere gesellschaftlichen Vorstellungen und Werte wie Demokratie, Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Gemeinwohl anpasst“.

So beispielsweise in der Bildungspolitik: „Die Verengung auf die Quantität der technischen Ausstattung halten wir für problematisch“, so Marcel Roth. „Wir wollen, dass sich die Beschaffung der Geräte an klaren ökologischen und sozialen Kriterien orientiert. Es darf nicht sein, dass Kinder im gleichen Bildungsalter auf der anderen Erdhalbkugel für die digitale Ausstattung unserer Schulen ausgebeutet werden“. Lena C. Schwelling ergänzt: „Bildung im digitalen Zeitalter muss mehr sein als alter Unterricht auf neuen Geräten. Die Kinder müssen Fähigkeiten lernen, die ein Algorithmus nicht ersetzen kann: selbstständiges Denken, kritische Reflexion, Werte und Überzeugungen“.

Die Landesmitgliederversammlung hat außerdem beschlossen, dass sich der Vorstand für eine ehrliche Bilanz der grün-schwarzen Regierung stark machen wird und fordert eine klarere grüne Handschrift in der Regierungsarbeit durch eine selbstbewusste und konsequente Positionierung der grünen Regierung, der Fraktion und der Partei. „Selbstverständlich gehören zu einer Koalition immer Kompromisse“, erklären Lena C. Schwelling und Marcel Roth, „wenn die CDU aber – wie bei der Blockade der Wahlrechtsreform – jede Grundlage fairer Zusammenarbeit vermissen lässt, erwarten wir mehr grüne Konfliktbereitschaft“. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg betont: „Auch eine grün-schwarze Koalition kann scheitern und ist nicht alternativlos.“