Beschluss der LMV (Freiburg): Auszubildende stärken!

12.12.2018

Dieser Antrag wurde am 09.12.2018 von der Landesmitgliederversammlung beschlossen

In jedem dritten Betrieb in Deutschland bleiben laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer Stellen unbesetzt. Deshalb setzt sich die Grüne Jugend Baden-Württemberg für die Einführung einer angemessenen Mindestausbildungsvergütung und eine Beschränkung von Überstunden in der Ausbildung ein. Ein weiteres Ziel ist die Abschaffung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Ausbildungsvergütungen und Ausbildungsbedingungen.

Einführung einer angemessenen Mindestausbildungsvergütung
Im Koalitionsvertrag der CDU/CSU mit der SPD wurde festgelegt, dass eine Mindestausbildungsvergütung eingeführt werden soll. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg fordert eine Mindestausbildungsvergütung, die ein eigenständiges Leben und gesellschaftliche Partizipation ermöglicht. Die Bundesregierung soll sich an den Forderungen der Gewerkschaften orientieren, die die Interessen der Arbeitnehmer*innen vertreten.

Beschränkung der Anzahl an Überstunden
Laut dem Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds bekommen 13 Prozent der Auszubildenden, die Überstunden leisten, diese nicht vergütet. Besonders bei Fachkräftemangel werden Auszubildende als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg möge sich dafür einsetzen, dass eine angebrachte Wertschätzung und die Behandlung der Auszubildenden als vollwertige Teammitglieder stattfinden. Es soll das Ziel einer jeden Ausbildungsstätte sein, den Arbeitsalltag so abwechslungsreich und bereichernd wie möglich zu gestalten. Durch die Befolgung der Ausbildungspläne soll eine adäquate Einführung in den Arbeitsalltag garantiert werden. Letzterer muss davon dominiert werden herausfordernde Arbeitsgebiete schrittweise zu erarbeiten. Zwei Drittel der Auszubildenden geben an, dass sie regelmäßig Überstunden leisten. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg setzt sich deshalb für eine Beschränkung der Überstundenanzahl ein. Außerdem setzt sie sich für die verstärkte Kontrolle der Betriebe ein, um die Vergütung der Überstunden in Form von finanziellem Ausgleich oder Freizeitausgleich zu gewährleisten.

Geflüchtete in Ausbildung
Bei Geflüchteten in oder kurz vor einer Ausbildung mit abgelehntem Asylantrag, greift die 3+2 Regelung. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, dass ein Abbruch der Ausbildung oder ein Ausbildungswechsel kein Grund für eine sofortige Abschiebung sein darf. Auch geflüchtete Auszubildende müssen die Möglichkeiten haben ihre berufliche Zukunft umzugestalten, denn sonst führt das zu einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb. Das kann bewirken, dass beispielsweise mangelhafte Ausbildungsverhältnisse von geflüchteten Auszubildenden aus Angst vor einer Abschiebung hingenommen werden müssen.

Abschaffung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Ausbildungen
Um die geschlechterspezifischen Unterschiede in Ausbildungen abzuschaffen, müssen stereotype Berufswahlempfehlungen aufgebrochen werden. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg fordert deshalb eine individuellere Berufsberatung an Schulen, in der bewusst Klischees angesprochen und aufgebrochen werden.
Frauen* arbeiten häufiger nicht in ihren Wunschberufen, in Berufen mit niedrigeren Ausbildungsvergütungen, mit mehr unvergüteten Überstunden und schlechteren Ausbildungsbedingungen. Deshalb setzt sich die Grüne Jugend Baden-Württemberg für die Abschaffung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Ausbildungen ein, um eine freie Berufswahl für alle zu ermöglichen. Darüber hinaus setzt sich die Grüne Jugend Baden-Württemberg für eine Verpflichtung zur Frauen*förderung in männlich* dominierten Branchen ein.