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Nein zu Genitalverstümmelung an Frauen und Mädchen!

Beschluss der GRÜNEN JUGEND Baden Württemberg anlässlich des Starts der Kampagne „Kein Schnitt ins Leben!“ von Terre des Femmes am 24.11.08

 

Weltweit sind circa 150 Millionen Frauen und Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Allein in Deutschland leben mindestens 18.000 Betroffene, circa 5000 Mädchen sind gefährdet, einer Genitalverstümmelung unterzogen zu werden.

Genitalverstümmelung stellt einen Eingriff in die persönliche Integrität und Freiheit der betroffenen Mädchen und Frauen dar.

Genitalverstümmelung ist eine massive Menschenrechtsverletzung.

Die GRÜNE JUGEND Baden Württemberg fordert daher, dieser archaischen

Tradition endlich ein Ende zu setzen!

 

Was wird bei der Beschneidung von Frauen gemacht?

 

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane ganz oder teilweise entfernt. Die Klitoris wird amputiert und die inneren Schamlippen teilweise oder komplett abgetrennt. In manchen Fällen werden zudem die äußeren Schamlippen ausgekratzt. Die verbleibende Haut wird bis auf eine winzige Öffnung zum Urinieren, zur Menstruation oder für den Geschlechtsverkehr zusammengenäht.

Anders als bei Männern ist die Beschneidung von Frauen keine Maßnahme, die diese in ihrem Leben nicht gesundheitlich beeinträchtigt. Frauen haben ihr Leben lang unter dem brutalen Eingriff zu leiden.

 

Was sind die Folgen für die betroffenen Frauen?

 

Viele Mädchen sterben während des Eingriffs oder an dessen Folgen. Doch auch die Überlebenden haben ein Leben lang unter den Folgen zuleiden, denn: Genitalverstümmelung verursacht lebenslange psychische, körperliche und sexuelle Schäden.

Der Eingriff, welcher ohne Narkose vorgenommen wird, stellt für die Betroffenen eine traumatisierende Gewalterfahrung dar; psychische und seelische Wunden sind die Folge.

Die verstümmelten Frauen und Mädchen werden durch den Eingriff Zeit ihres Lebens vehement in ihrem sexuellen Lustempfinden beeinträchtigt; wenn nicht sogar dessen vollständig beraubt.

Insbesondere beim ersten, aber auch bei jedem weiteren Geschlechtsverkehr haben die verstümmelten Mädchen und Frauen starke Schmerzen.

Die körperlichen Schäden und Beschwerden aufgrund der Verstümmelung sind enorm. Da die Verstümmelung ohne Narkose vorgenommen wird, ist der Eingriff mit starken Schmerzen für das betroffene Mädchen verbunden; auch in der Zeit danach haben die Mädchen und Frauen unter starkenSchmerzen zu leiden.

Aufgrund der unhygienischen Zustände während der Beschneidung haben die Frauen mit (zum Teil) chronischen Infektionen zu kämpfen.

Weitere Folgen von Genitalverstümmelung können zudem Inkontinenz, Unfruchtbarkeit, sowie auch Beschwerden beim Wasserlassen oder während der Menstruation sein.

Eine Geburt stellt für die Frauen einen extrem schmerzhaften sowie unter Umständen lebensbedrohlichen Vorgang dar.

Zudem erhöht eine Beschneidung, genauergesagt das anschließende Zusammennähen der Vagina auf eine kleine Öffnung, das Risiko für eine HIV-Infektion, was insbesondere in den Ländern, in denen Genitalverstümmelung (in Teilen Afrikas, der südlichen arabischen Halbinsel und Asiens) praktiziert wird, ein großes Problem darstellt.

 

Die GRÜNE JUGEND Baden Württemberg fordert:

 

– Genitalverstümmelung zu einem eigenen Straftatbestand zu machen

– die Aufnahme des Themas in die medizinische Aus- und Weiterbildung

– verstärkte Bereitstellung von Forschungsmitteln mit dem Ziel der „Wiederherstellung“ der weiblichen Genitalien

– eine Sensibilisierung von Hebammen, ErzieherInnen, LehrerInnen, PolizistInnen und SozialarbeiterInnen in ihrer Ausbildung bezüglich dieses Themas

– eine stärkere Thematisierung von Genitalverstümmelung in der Schule

– die Einrichtung weiterer Beratungsangebote und spezialisierte Rechtshilfe für Betroffene

– die Bereitstellung von Entwicklungshilfegeldern für entsprechende Aufklärungsprojekte in den betreffenden Ländern

– gesetzlich zu verankern, dass Frauen und Mädchen, denen droht, in ihrem Herkunftsland beschnitten zu werden, auf keinen Fall abgeschoben werden dürfen

 

Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Baden-Württemberg am 23.11.2008 in Tübingen

 



Beschluss gegen Genitalverstümmelung

Gegen_Genitalverstuemmelung.pdf